Neues und Berufspolitisches Vergütung der Krankenkassen, Zusatzleistungen& Co,
Seit 1.7.2010 sind wir freiberuflichen Hebammen von einer drastischen Anhebung unserer Kosten (v.a. der Haftpflichtversicherung) betroffen. Die Nachfrage nach der „eigenen Hebamme“, die Frauen, Paare und ihr Neugeborenes betreut, wird immer größer. Wir freuen uns über diese Entwicklung. In der Schwangerschaft gibt es viele Fragen und Unsicherheiten, die nach Antworten verlangen. Schwangere und Gebärende wünschen sich daher eine persönliche Hebamme, als Vertraute, als weise ,fachkompetente Begleiterin bei allem was Ihnen auf dem Herzen liegt.
Auch wir Hebammen wollen Frauen und Paare begleiten, mit Zeit zum genau hinschauen, zum einfühlen ,um passende Wege aufzuzeigen für den individuellen Fall. Das ist sinnvolle Gesundheitsvorsorge. Dies braucht Zeit und viel Engagement.
Das macht Frauen, Paare, Kinder glücklich- auch uns Hebammen! Wir sind mit Leidenschaft und Spaß für Euch da!
Was uns unglücklich macht ist die folgende neue Entwicklung: Wir sind jederzeit erreichbar, investieren viel Zeit, Geduld und Herz, unsere Erfahrung und unser über viele Jahre erworbenes Fachwissen. Aber im Vergleich mit anderen, ähnlich ausgebildeten Professionen im Schichtdienst verdienen wir gerade genug um unsere Fixkosten zu deckeln. Hebammenhilfe ist zwar eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, aber die Vergütung derer (gesetzlich geregelt) entspricht in etwa nach Abzug aller Kosten 7,80€ netto/Stunde. Im Jahr 2010 stieg auch noch unsere Haftpflichtversicherung um viele Hundert € auf 4000€ /jährlich und wird 2012 erneut erhöht werden. Viele freiberuflich arbeitende Hebammen müssen ihre Tätigkeit aufgeben oder als Angestellte in die Klinik gehen. Dies macht eine individuelle, herzliche, authentische Hebammenbetreuung (v.a. Geburtshilfe) fast unmöglich.
Mehr zu lesen unter www.hebammenfürdeutschland.de
2010 Unseren Beruf aufzugeben, sind wir Hebammen emotional nicht in der Lage. Zu viele schöne Erlebnisse gibt es in diesem Beruf, zu viele Wunder wurden die letzten Jahre mit uns geboren, zu feministisch sind wir, als dass wir die Frauen alleine lassen könnten und Ihnen somit die Wahlfreiheit nehmen würden, wo Ihr Kind zur Welt kommt. Aber Engagement und Wissen lässt sich nicht weiter in die bestehende Vergütung der Krankenkassen pressen. Um weiter „ganze Arbeit“ leisten zu können, sind wir unter den gegebenen Umständen gezwungen, zu den gesetzlichen Leistungen der Krankenkassen private Zusatzleistungen zu erheben.
Ende 2011 Ich übe meinen Beruf leidenschaftlich gerne aus. Allerdings haben sich in der jüngsten Vergangenheit die Begleitumstände derart geändert, dass die unannehmbaren Arbeitsbedingungen zu Lasten des Familienlebens gingen. Aufgrund der genannten Veränderungen wurde das Arbeitspensum ungleich höher, wir waren in Dauerrufbereitschaft und kamen an die Grenzen der Belastbarkeit. Daher fiel nun Ende 2011 die Entscheidung, die Hebammenpraxis räumlich und personell zu verkleinern.
Um weiterhin eine gute Betreuung und Begleitung anbieten zu können gilt hinsichtlich meiner Erreichbarkeit ab sofort Folgendes: Ich bin für alle Frauen, die ich zur Geburt begleite im jeweiligen Rufbereitschaftsrahmen (gesonderte Handnummer) jederzeit erreichbar. Für alle anderen ist zunächst der Anrufbeantworter bereit, wenn ich zu Hausbesuchen, in einem Gespräch oder in einer Untersuchung bin. Ich werde dann baldmöglichst zurückrufen.
Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Euch.
Herzlichst Eure Jennifer Feindel
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