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Bericht von Katharina, 25 J. und Sven Feldmann, 37 J.
Vom ersten (über weitere elf) Schwangerschaftstest von Katharina, der Gewissheit durch die Frauenärztin in Düsseldorf bis hin zum Begreifen, hat uns ein Gefühl von Glück überrollt.
Katharina hat sich über die Schwangerschaft informiert, viel gelesen und mit ihrer Freundin (Mutter von zwei Töchtern) ausgetauscht. Den Großteil der Schwangerschaft haben wir noch in Düsseldorf erlebt und gelebt. Sie verlief die meiste Zeit über sehr gut und ohne Komplikationen. Jedes neue Ultraschallbild hat unsere Vorfreude und Neugier gesteigert. Schon früh wussten wir, dass es ein Junge wird. Mit der Zeit konnte man an Katharina die körperlichen Veränderungen schön sehen, auch wenn das Schlafen unbequemer und ihre Rückenschmerzen mehr wurden. Es folgte im letzten Drittel der Schwangerschaft die Belastung durch den Umzug nach Neustadt.
In Neustadt haben wir uns dann auf die Suche nach einer Hebamme gemacht, die uns als Beleghebamme helfen und begleiten sollte. In Annette haben wir das gefunden, was wir gesucht haben: sie hat uns in Allem rund um die Schwangerschaft und Geburt beraten, unterstützt und geholfen. Sie war Katharinas Vertraute, unser Ansprechpartner und hat mir unter anderem die Angst genommen, mich im Kreißsaal unsicher und hilflos zu fühlen. Wir werden immer wieder auf eine Beleghebamme (in unserem Fall Anette!!) vertrauen, die für Katharina und mich da ist.
Erst sah es so aus, als ob sich unser Kleiner Zeit lassen würde. Aber dann....
Mir kam es so vor als wären die Wehen noch sehr unregelmäßig, aber stärker. Alle rieten uns zu Treppensteigen und den guten alten Tricks. Wir hatten, neben den normalen Ängsten zu einer Geburt, viel Vorfreude und machten uns Gedanken, wie unser Sohn aussehen würde, mit oder ohne Haaren, wie die Augen aussehen und so weiter. Die Wehen kamen in kürzeren Abständen und wurden noch anstrengender. Montags war ich erst noch auf der Arbeit gegangen, aber meine Gedanken gingen immer wieder zu Katharina. Abends wurde ich schon freigestellt. Ich konnte mir nicht vorstellen, was die nächsten Tage passieren würde.
Annette hatte Katharina zu einer Fußreflexzonenmassage geraten, da diese wie eine natürliche Geburtseinleitung ist. So blieben Katharina künstliche Wehen über den Tropf erspart. Am Dienstagmorgen, den 03. Juni hatten sich die Wehen verändert: sie wurden heftiger und kamen öfters. Der Muttermund hatte sich etwas geöffnet, aber noch nicht soweit, das wir sofort ins Krankenhaus gemusst hätten. Wir waren angespannt, aber Annette hat alles so „gesteuert“, dass wir uns erst gegen 15 Uhr zum Hetzelstift aufgemacht haben. Das war schön, denn so konnten wir einen Teil der Geburt noch zu Hause in vertrauter Atmosphäre erleben. Der Kreißsaal war von der Sonne lichtdurchflutet und es war ein gutes Gefühl, dass nur Annette für uns da war. Als die Wehen zunahmen und die Schmerzen stärker wurden, bekam Katharina ein Schmerzmittel über den Tropf. Als das nachließ dachten wir über eine PDA nach und Annette bereitete auch alles vor. Dazu kam es gar nicht mehr, weil die Geburt in meinen Augen schlagartig anfing. Ich habe versucht Katharina zu halten, zu stützen und zu beruhigen. Sie hat Urkräfte entwickelt, die Fruchtblase platzte und Elias John kam an seinem ausgerechneten Termin um 18:59 Uhr zur Welt. Er wog 3570g, war 55cm lang und sein Kopfumfang waren stattliche 36cm. Ich habe die Nabelschnur durchgeschnitten und ihn seiner überglücklichen Mutter auf die Brust gelegt. Katharina hatte keinerlei Verletzungen, weil sie durch die Vorsorge unserer Hebamme von Beginn an mit Akupunktur, Homöopathie und ein paar alten Hausrezepten („was die Großmutter noch wusste...“) betreut war. So konnten wir nach nur sechs Stunden im Krankenhaus am gleichen Abend noch nach Hause und die stolzen Großeltern „besuchen“.
Die Geburt war, trotz der Schmerzen, für uns das schönste Erlebnis, dass wir erlebt haben.
Bericht von Sandra,1.Kind,30 Jahre und Ehemann Eli
„ Geburt von Emilia“
Die Zeit der Schwangerschaft und Geburt unserer Tochter Emilia war die Schönste und Aufregenste in meinem bisherigen Leben. Gott sei Dank verlief beides ohne Komplikationen und mir ging es die meiste Zeit über sehr gut, so dass ich mich in Ruhe auf die Geburt des kleinen Wesens vorbereiten konnte. Ich habe viel gelesen und mich mit Freundinnen ausgetauscht über ihre Zeit der Schwangerschaft. Und mit der Zeit ist die Vorfreude auf die Geburt immer größer geworden. Aber von Woche zu Woche wuchs auch die Ungeduld und so waren die letzten drei Wochen eigentlich nur noch ein Warten. Es hätte ja theoretisch jederzeit losgehen können. Aber Emilia ließ sich Zeit und zu unserer Sorge waren in den letzten Tagen auch die Herztöne auf dem CTG beim Frauenarzt ständig tief, so, dass ich dauernd zur Kontrolle gehen musste. Nachdem der errechnete Geburtstermin dann gekommen war bzw. überschritten war haben wir uns mit unserer Hebamme Jennifer entschieden homöopathische Dinge einzusetzen, um das Einsetzen der Wehen zu beschleunigen. Und so haben wir von homöopathischen Globuli bis hin zu einem halben Rizinuscocktail alles ausprobiert und letzteres brachte schließlich den erhofften Erfolg. Samstag Nacht und somit sechs Tage nach dem errechneten Termin haben die Wehen langsam eingesetzt und der Weg zur Geburt hat begonnen. Bald darauf kam Jennifer zu uns nach Hause und alles war noch sehr entspannt. Wir tranken zusammen Tee, unterhielten uns und zwischendurch kam eine kleine Wehe. Und obwohl mich Jennifer darauf hinwies habe ich nicht geglaubt, dass diese noch viel stärker werden würden. Regelmäßiger ja, aber wirklich viel stärker?!
Um die Prozedur etwas zu beschleunigen bekam ich Akupunkturnadeln gestochen, musste unzählige Treppenstufen laufen, spazieren gehen und baden. Viel hat sich aber nicht getan und so beschloss Jennifer nach Hause zu gehen und vier Stunden später wieder zu kommen. Ich habe noch mal gut zu Mittag gegessen (so viel würde ich das nächste Mal nicht mehr essen) und mich aufs Ohr gelegt.
Ich wollte nach Möglichkeit eine natürliche Geburt und ich hatte erstaunlicher Weise nie Angst davor. Die mir viel beschriebenen Wehenschmerzen wollte und konnte ich mir nicht vorstellen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich eine eher romantische Vorstellung von dem Geburtsereignis hatte.
Nach einiger Zeit bin ich also aufgewacht, weil die Schmerzen immer stärker wurden. Als Jennifer um 16.00 Uhr zurückkam hatte ich schon regelmäßige Wehen im Abstand von fünf Minuten. Diese wurden durch einen erneuten Gang in die Badewanne nochmals verstärkt. Der Wehenschmerz hat alle meine Vorstellungen übertroffen. Wie gesagt, ich hatte eine zu romantische Vorstellung davon und war nicht richtig darauf gefasst.
Nach unzähligen Wehen und weiteren zwei Stunden sind wir dann so gegen 19.00 Uhr ins Krankenhaus, wo Martina die zweite Hebamme uns schon erwartet hat. Ich war froh endlich im Krankenhaus angekommen zu sein, weil der Gang dorthin sehr anstrengend war, dann hinzu kam jetzt noch eine große Übelkeit und das Gefühl mich jederzeit übergeben zu müssen, was dann kurz darauf auch geschah.
Im Kreissaal angekommen habe ich eine gewisse Erleichterung gespürt, denn ich wusste, egal wie schwierig es noch wird, mein Mann und meine zwei Hebammen sind da uns lassen mich nicht allein. Das war mir in dieser Situation sehr wichtig.
Ich bin relativ zügig wieder in die Badewanne wo ich auch entbunden habe. Von dem Zeitpunkt an, kam dann einen Wehe auf die andere. Ich hatte das Gefühl überhaupt keine Pause mehr zu haben und spätestens jetzt glaubte ich keine Kraft mehr zu haben. Wenn mir jetzt jemand eine PDA und einen Kaiserschnitt angeboten hätte, hätte ich möglicherweise dankbar zugestimmt. Das wäre in meinem Fall völlig überflüssig gewesen und hätte mir auch das volle Erlebnis der Geburt genommen.
Nachdem die Fruchtblase geplatzt ist haben schließlich die Presswehen eingesetzt. Das war auch hart, aber jetzt war man nicht mehr so ohnmächtig den Schmerzen ausgeliefert, sondern konnte auch selbst etwas tun. Meine Gedanken waren: Je mehr du dich jetzt anstrengst und je besser du die Anweisungen deiner Hebammen befolgst, desto schneller ist es vorbei.
Es fällt mir schwer, die letzten Stunden in Worte zu fassen. Da wirken Kräfte auf den Menschen ein, die weder vorstellbar noch erklärbar sind. Und trotz aller Hilfe ist man dieser Naturgewalt doch alleine ausgesetzt.
Man sagt von Menschen die sterben und in eine andere Welt hinübergehen, dass sie alle Hüllen fallen lassen. Der Mensch wird schlicht und reagiert wie ein Kind ohne sich selbst kontrollieren zu müssen und zu können.
Möglicherweise passiert etwas Ähnliches bei der Geburt. Man verhilft einem kleinen Menschen von einer Welt in die andere geboren zu werden. In diesen Momenten wird alles andere egal. Jede Etikette, jede Kontrolle und Selbstbeherrschtheit fallen und in dem Augenblick, wo das kleine Wesen das Licht der Welt erblickt, beginnt auch für die Mutter ein neues Leben, zumindest habe ich es so empfunden. Der Moment als Emilia geboren wurde und mir sofort auf die Brust gelegt wurde, hat etwas Neues begonnen. Ich hatte Gefühle, wie ich sie noch nie in meinem Leben hatte und trotz aller Erschöpfung fühlte ich mich wie neu geboren.
Die Stunden in dem Kreissaal, der Moment wo Emilia mir auf die Brust gelegt wurde und von selbst begann zu trinken, ihr wacher Blick gleich nach der Geburt, all das werde ich nie vergessen.
Was ich allerdings einen Tag später bereits vergessen hatte ist die Art, wie sich der Wehenschmerz angefühlt hat. Ich weiß wie es sich anfühlt wenn man sich beispielsweise verbrennt aber an den Wehenschmerz kann ich mich nicht mehr erinnern. Das ist auch gut so.
In der Rückschau habe ich gute Erinnerungen an diesen Tag, den 12. August 2007 und ich schaue gerne und dankbar darauf zurück.
Bericht von Jessica, 29 Jahre und Ehemann Olly; erstes Kind: Haylie
Eine kurze Zusammenfassung meiner Schwangerschaft:
-ständige Übelkeit, besonders zu Beginn und zum Ende meiner Schwangerschaft
- gehäuftes Erbrechen
- Hass auf Tomaten in jeglicher Form
- wenig Hunger
- starke Müdigkeit
Also alles in allem keine Traumschwangerschaft.
Unsere liebe Tochter lag schon früh in Beckenendlagenposition (das heißt mit dem Po nach unten und dem Kopf nach oben); eine Vorderwandplazenta erschwerte uns zudem das Hören der Herztöne. Wir haben uns von Anfang an ausgiebig über Schwangerschaft und Geburt informiert. Daher war es uns auch sehr wichtig, die Schwangerschaft und vor allem die Geburt so natürlich wie möglich zu halten. Ohne medizinische Notwendigkeit kamen Kaiserschnitt, Spinalanästhesie oder irgendwelche künstlichen Eingriffe wie der Wehentropf nicht in Frage. Das ist leider fast nie die Praxis.
Auch vom Ultraschall machten wir so wenig wie möglich Gebrauch, was auch immer wieder Diskussionen mit den Frauenärzten verursachte. (Wir haben zwei dergleichen verschlissen)
Unsere Tochter drehte sich, wie schon gesagt, sehr früh in die Steißlage. Sie saß mit hochgeklappten Beinen in mir und schaute mit mir hinter ihrem Rücken offen in die Welt hinaus. Diese Haltung entspricht ihr auch heute noch.
Obwohl für unsere Tochter zu diesem Zeitpunkt noch ausreichend Gelegenheit zu drehen bestand, informierten wir uns gründlich über Steißlagenbabies und deren Geburten. Natürlich versuchte auch mein Frauenarzt uns davon zu überzeugen, dass nur ein Kaiserschnitt möglich wäre. Gerade da es unser erstes Kind ist, sollten wir uns darauf einstellen, dass wir unsere Grundsätze über Bord werfen müssen. Von einigen Ärzten wird einem hier auch gerne Angst gemacht, um die Argumente nochmal zu unterstreichen.
Dagegen hilft dann nur eine ausgiebige Recherge und einen eisernen Willen. Es gibt nur sehr wenige Ärzte, die sich eine Steißlagengeburt bis zum Ende wirklich zutrauen. Diese zu finden funktioniert meist nur durch Erfahrungsberichte. Denn ist man erst mal im Kreissaal, entscheidet das Nervengerüst des Arztes darüber ab wann der Geburtsverlauf zum Notfall erklärt wird.
Mir war klar: Nein, keinen Kaiserschnitt, nur im echten Notfall. Mein Kind soll selbst entscheiden wann es kommen möchte und wie es kommen möchte. Ich wollte es aus mir in die Welt entlassen und es nicht - entrissen – bekommen. Ich war mir gefühlsmäßig sehr sicher dass wir, meine Tochter und ich, das schaffen. Ohne Spinalanästhesie.
Unsere Vorsorge- und Beleghebamme unterstützte uns ganz toll zu einer möglichen Steißlagengeburt. Aber sie organisierte auch schonende Versuche unsere Tochter zum drehen zu bewegen.
Eine Ostheopatin versuchte unsere Tochter den Weg zur Drehung zu zeigen oder eventuelle körperliche Blockaden bei mir zu lößen, um den „Weg“ frei zu machen. Nach der 2. Behandlung hat unsere Tochter es dann auch versucht. Am Abend nach dieser Behandlung duschte ich zu Hause, als ich auf einmal merkte wie plötzlich in mir „gearbeitet“ wurde. Ich fühlte mich gleichzeitig so angestrengt und entkräftet; mein Bauch verformte sich, er wurde seitlich total ausgedehnt. Sie lag also schon mal quer. Dieses anstrengende Gefühl blieb, also legte ich mich Schlafen, mit der Hoffnung sie habe sich bis morgen früh gedreht. Aber leider stellte unsere tolle Hebamme Frau Feindel nach der Abtastung fest, dass unser Kind sich wohl wieder zurückgedreht hat.
Nach diesem Versuch haben wir zu moxen begonnen. Eine Beifußzigarre wird an bestimmte Akupunkturpunkte gehalten und kann somit die Wendung des Babys stimulieren.
Eine „äußere Wendung“ wäre noch die letzte Möglichkeit, die wir in Erwägung gezogen hätten. Aber diese Entscheidung hat uns unsre Tochter abgenommen. Fünf Tage nach dem Gespräch mit dem Arzt der so eine Wendung durchführen könnte, also viereinhalb Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, platzte die Fruchtblase morgens um Punkt 9.00 Uhr. Die Hebamme wie auch mein Mann kamen schnellstens zu mir nach Hause. Nun sollte es also losgehen. Da unsere Tochter schon sehr tief lag, warteten wir regelmäßige Wehen ab. Ich trank noch einen Wehenförderungstee und bekam Akupunktur. Frau Feindel klärte telefonisch ab, ob Frau Dr. Filsinger heute Dienst habe und auf uns warten würde. Sie war eine der beiden auf Steißlage spezialisierten Ärzte, die wir vorher (auch dank unserer Hebamme) ausfindig machen konnten. Ein Tag später wäre der Vorgesprächstermin mit Fr.Dr. Filsinger gewesen. Das hatte sich ja nun erübrigt.
Sie sagte extra ein Tennisspiel mit ihren Freunden ab um mit uns diese Geburt durchzustehen.
Um 11.30 Uhr fuhren wir mit unserer Hebamme ins Marienkrankenhaus, Ludwigshafen. Dann ging alles ganz schnell und traumhaft. Um 16.02 Uhr war unsere Tochter geboren, auf ganz natürliche Weise ohne Spinalanästhesie. Die Geburt verlief ohne Komplikationen. Unsere Tochter wusste wohl, dass wenn sie 4 ½ Wochen zu früh kommt, die Geburt einfacher klappen wird, da sie einfach zierlicher sein wird, weil ihr die letzten Wochen zum „Fettpolster“ anlegen fehlen. Ich bin wirklich sehr stolz diese Geburt so erlebt zu haben und das man mich nicht verunsichern konnte. Auch sehr dankbar bin ich über die tolle, einfühlsame und kompetente Arbeit unserer Hebamme, Jennifer Feindel. Ich bereue es in keinem Augenblick mich für diese Geburt entschieden zu haben. Auch eine der Ärztinnen im Krankenhaus, die davon erfahren hatte, kam zu uns sagte zu mir:“ Es wäre schön, wenn sich noch mehr Mütter, in meiner Situation so entscheiden würden.“ Denn es ist soviel besser für die Entwicklung des Kindes, für die Verbindung zwischen Mutter und Kind sowie für die Mutter. Also habt Mut, wenn ihr euch dem gewachsen fühlt und last euch nicht verunsichern!
Tanja 32, Stefan 33 und Laura 3
Timo ist unser zweites Kind, Laura unsere Tochter schon drei Jahre jung.
Die Schwangerschaft mit Timo verlief ohne Komplikationen, „nur“ die anfängliche Übelkeit.
Während Lauras Geburt, beschlossen noch drei weitere Babies das Licht der Welt zu erblicken, entsprechend betriebsam ging es im Krankenhaus zu. Dies bewegte mich dazu mir eine Hebamme zu suchen, die nicht nur die Vor- und Nachbetreuung übernimmt, sondern uns auch zur Geburt begleitet. Wir entschieden uns für das Krankenhaus in Neustadt und fanden in Annette die passende Begleitperson.
So war es geplant, doch wie das Leben so spielt, kommt es immer anders.
Für mich war es nie eine Frage, nicht in einer Klinik zu entbinden. Da ist alles was gebraucht wird, bei Schwierigkeiten während der Geburt sind alle Gerätschaften da und vor allem Schmerzmittel und die PDA ...
Während den Gesprächen mit Annette, erzählte sie u. a. auch immer wieder von Hausgeburten. Langsam gewöhnte man sich daran und irgendwann war es gar nichts ungewöhnliches oder fremdes mehr. Dazu der Gedanke, dass Laura dann nicht zur Oma muss und einen Tag später Mama im Krankenhaus mit einem neuen „Konkurrenten“ antrifft, erschien mir eine Hausgeburt plötzlich auch für uns passend. Stefan, mein Mann, war auch gleich dafür und so beschlossen wir – sofern Timo nachts kommt, wenn Laura schläft – zu Hause zu gebären. Ohne mir Sorgen zu machen und weiter groß darüber nachzudenken stand der Entschluss fest. In Annette hatten wir eine kompetente und super nette Begleitung gefunden. Was also sollte schief gehen?
Neun Tage nach dem errechneten Termin fand auch Timo, dass es jetzt an der Zeit wäre mal zu sehen, wie die Welt so ist.
Schon zum Nachtessen hatte ich leichte Vorwehen, die im Laufe des Abends langsam stärker und regelmäßiger wurden. Ich wartete ab, bis mir wieder übel wird, wie bei Laura damals, aber die Übelkeit und das ständige Erbrechen blieben aus. So gegen 0 Uhr wurde mir klar, es geht wirklich los:Timo kommt heute Nacht zur Welt. Wir informierten Annette, die auch prompt kam.
Wir saßen am Tisch, erzählten und lachten zusammen. Es war eine „entspannte“ und angenehme Atmosphäre. So gegen 3 Uhr meldete sich Laura,Sie hätte ins Bett gemacht. Die Wehen waren schon deutlich zu spüren und die Bewegung währen wir das Bett neu bezogen tat wohl den Rest, denn danach ging es richtig los. So gegen 4 Uhr fragte Annette ob ich nicht ein Bad nehmen möchte. In der Wanne angekommen, gingen auch schon die Presswehen los. Laura dachte natürlich nicht mehr daran wieder schlafen zu gehen, so durfte sie die Geburt ihres Bruders live miterleben.
Zum Sonnenaufgang um 4:50 Uhr war alles überstanden und unser kleiner Schatz lag friedlich auf meiner Brust. Ich war noch nicht ganz zu mir gekommen, da kam schon Laura angesaust und gab Timo ein Küsschen nach dem anderen. Unsere Badewanne steht unter dem Dachfenster so konnten wir zusehen wie ein neuer Tag begann und zeitgleich begann für uns alle ein neues Leben.
So waren wir da als neue Familie, alle zusammen, alle zu Hause, das Gefühl war so schön, so unbeschreiblich der Moment.
Laura war ganz hin und weg, sie durfte auch zusehen wie Stefan die Nabelschnur durchschnitt. Später wurde Timo von Annette untersucht und Laura passte fasziniert auf. Genau so arg ist sie immer noch auf ihren Bruder. Meine ganze Angst sie könnte eifersüchtig sein und ihn nicht bei uns haben wollen, war unbegründet. Ich bin fest davon überzeugt, dass das Erlebnis bei der Geburt dabei zu sein und ihn nicht erst weit weg später im Krankenhaus zu sehen einiges dazu beigetragen hat.
Eine Geburt zu Hause kann ich nach unserem Erlebnis jedem nur empfehlen. Auch wenn ich es mir vorher nie hätte vorstellen können. Klar, durch die Schmerzen muss man durch, aber ich empfand sie zu Hause in gewohnter Umgebung nicht so schlimm. Ich benötigte nichts, kein Schmerzmittel keine Kügelchen....die Gewissheit Annette ist ja da und regelt alles, gab mir die Sicherheit :Es geht alles gut.
Und es ging alles gut. Herzlichen Dank Annette J